Low-SAPS-Motoröl: die ACEA-C-Klassen C2 bis C6 im Überblick
Low-SAPS-Motoröl schützt Partikelfilter und Katalysator – doch „Low SAPS“ ist kein einheitlicher Standard. Die ACEA-Klassen C2 bis C6 unterscheiden sich im Aschegehalt und in der HTHS-Viskosität. Hier sehen Sie die Unterschiede auf einen Blick und erfahren, welche Elat-Öle welche C-Klasse nennen.
Motoröl, Partikelfilter, Katalysator: warum SAPS begrenzt wird
SAPS steht für Sulfatasche, Phosphor und Schwefel (englisch: Sulphated Ash, Phosphorus, Sulphur). Über die geringe Ölmenge, die im Motor mitverbrennt, gelangen alle drei in den Abgasstrang – und jeder Bestandteil wirkt dort anders:
- Sulfatasche entsteht aus metallhaltigen Additiven wie Reinigungszusätzen. Sie ist unbrennbar, lagert sich im Dieselpartikelfilter ab und wird bei der Regeneration nicht mit abgebrannt.
- Phosphor stammt vor allem aus Verschleißschutzadditiven. Er kann sich auf der Katalysatoroberfläche absetzen und die Wirkung des Katalysators dauerhaft mindern.
- Schwefel kann Katalysatoren beeinträchtigen, besonders Speicherkatalysatoren für Stickoxide.
Low-SAPS-Motoröl begrenzt diese Bestandteile, damit Partikelfilter und Katalysator länger funktionsfähig bleiben. Weil solche Öle mit weniger metallhaltigen Additiven auskommen müssen, sind sie eigens formuliert; die Fahrzeughersteller prüfen sie für ihre Normen zusätzlich mit eigenen Tests. Eine kurze Einführung in die Ölarten bietet unser Motoröl-Ratgeber.
Kurz zusammengefasst
Die ACEA-C-Klassen sind für Motoren mit Partikelfilter und Katalysator gedacht. C4 gilt als Low SAPS im engeren Sinn, C2, C3, C5 und C6 als Mid SAPS; zudem unterscheiden sich die Klassen in der HTHS-Viskosität. Welche Klasse und welche Herstellernorm passen, steht in der Betriebsanleitung.
Stand:
ACEA C2, C3, C4, C5 und C6 im Überblick
Die ACEA-C-Klassen beschreiben katalysatorverträgliche Öle für Benzin- und Dieselmotoren von PKW und leichten Nutzfahrzeugen mit Partikelfilter und Dreiwegekatalysator. Sie unterscheiden sich in zwei Punkten: im zulässigen Gehalt an Sulfatasche, Phosphor und Schwefel und in der Mindest-HTHS-Viskosität, gemessen bei 150 °C und hoher Scherrate.
Streng genommen ist nur ACEA C4 eine Low-SAPS-Klasse mit besonders niedrigem Aschegrenzwert; C2, C3, C5 und C6 gelten als Mid SAPS. Im Sprachgebrauch – auch auf dieser Seite – heißen alle C-Klassen „Low SAPS“ oder „aschearm“. Für Sulfatasche erlaubt C4 einen Massenanteil von höchstens 0,5 Prozent, die Mid-SAPS-Klassen von höchstens 0,8 Prozent.
| ACEA-Klasse | Charakter | HTHS-Mindestwert | Elat-Öle mit dieser Klasse |
|---|---|---|---|
| C2 | Mid SAPS, niedrigere HTHS-Viskosität für Leichtlauf-Motoren | 2,9 mPa·s | 5W30 Cipe C2, 0W30 Profi Tec für Euro 6, 5W30 Mega Tec LongLife 3 (C2/C3) |
| C3 | Mid SAPS, hohe HTHS-Viskosität | 3,5 mPa·s | 5W30 LongLife 3, 5W30 Premium LongLife 3, 5W30 Extra LongLife 3, 5W30 Classic LongLife 3, 0W30 Zero Tec VW, 5W40 High Tec Quantum, 5W30 Mega Tec LongLife 3 (C2/C3), 5W30 C4 Ren Tec (C3/C4) |
| C4 | Low SAPS, hohe HTHS-Viskosität | 3,5 mPa·s | 5W30 C4 Ren Tec (C3/C4) |
| C5 | Mid SAPS, niedrige HTHS-Viskosität | 2,6 mPa·s | 5W20 Ford Eco, 0W20 VW Tec Blue Oil (C5/C6) |
| C6 | Mid SAPS, niedrige HTHS-Viskosität, zusätzliche Anforderungen unter anderem an den LSPI-Schutz | 2,6 mPa·s | 0W20 VW Tec Blue Oil (C5/C6) |
Elat-Motoröle mit ACEA-C-Klasse
Alle zwölf Öle nennen laut Etikett eine ACEA-C-Klasse; sie ist auf den Karten blau hervorgehoben. Weitere Normen und die vollständigen Angaben stehen auf den Produktseiten.
5W30 LongLife 3
5W-30 · Motoröl
5W30 Premium LongLife 3
5W-30 · Motoröl
5W30 Extra LongLife 3
5W-30 · Motoröl
0W30 Zero Tec VW
0W-30 · Motoröl
5W40 High Tec Quantum
5W-40 · Motoröl
5W30 C4 Ren Tec
5W-30 · Motoröl
5W30 Mega Tec LongLife 3
5W-30 · Motoröl
0W30 Profi Tec für Euro 6
0W-30 · Motoröl
5W30 Cipe C2
5W-30 · Motoröl
5W20 Ford Eco
5W-20 · Motoröl
0W20 VW Tec Blue Oil
0W-20 · Motoröl
Freigabe oder Spezifikation?
Als „Freigabe“ gekennzeichnet sind nur ausdrücklich ausgewiesene Herstellerfreigaben. Alle übrigen Angaben sind Spezifikationen und Empfehlungen laut Produktetikett; hervorgehoben sind die Angaben, die zu diesem Thema passen. Maßgeblich für Ihr Fahrzeug oder Ihre Anlage sind immer die Betriebsanleitung und die Freigabelisten des Herstellers. Im Zweifel beraten wir Sie gern.
DPF-Öl richtig wählen: Klasse und Herstellernorm zusammen lesen
„DPF-Öl“ oder „Motoröl für Partikelfilter“ – gemeint ist in der Regel ein Öl mit ACEA-C-Klasse. Doch die Klasse allein reicht selten aus: Die meisten Fahrzeughersteller schreiben zusätzlich eine eigene Norm vor, die auf einer C-Klasse aufbaut und weitere Motortests verlangt. Ein Öl mit passender C-Klasse, aber ohne die geforderte Herstellernorm ist deshalb kein gleichwertiger Ersatz. So verteilen sich wichtige Normen auf die C-Klassen der Elat-Öle:
- VW 504 00/507 00: Alle Elat-Öle mit diesen Normen sind nach ACEA C3 spezifiziert.
- MB 229.52 und MB 229.51: Sie stehen bei Elat auf Ölen mit C3, beim C4 Ren Tec (MB 229.51) auf einem Öl mit C3/C4; Details erklärt Mercedes-Normen MB 229 für Motoröl.
- BMW Longlife-04: ebenfalls auf C3-Ölen, etwa den LongLife-3-Ölen und dem High Tec Quantum in 5W-40.
- PSA B71 2290 und B71 2312: Beide Normen stehen bei Elat auf C2-Ölen – dem Cipe C2 und dem Profi Tec.
- Renault RN 0720: Das C4 Ren Tec nennt diese aschearme Renault-Norm mit der Etikett-Einschränkung „mit DPF; ausgenommen 2,2 DCI“; mehr dazu unter Renault-Normen RN0700, RN0710, RN0720.
- VW 508 00/509 00, BMW LL17FE+, MB 229.71: Diese Leichtlaufnormen führt das VW Tec Blue Oil in 0W-20; es ist nach ACEA C5 und C6 spezifiziert.
- Ford WSS-M2C948-A/B: Diese Ford-Norm nennt das 5W20 Ford Eco zusammen mit ACEA C5.
Umgekehrt gilt: Normen wie BMW LL-01 oder MB 229.5 stehen für voll additivierte Öle, obwohl sie für lange Wechselintervalle gedacht sind. „Longlife“ und „Low SAPS“ sind also nicht dasselbe – maßgeblich ist, was auf dem Etikett steht.
ACEA C2, C3 oder C4: Warum die Klassen nicht beliebig austauschbar sind
Die Klassen setzen unterschiedliche Schwerpunkte. C3 und C4 verlangen eine hohe HTHS-Viskosität; C2, C5 und C6 lassen niedrigere Werte zu – für Motoren, die auf Leichtlauföle und geringere Reibung ausgelegt sind. Ein Öl mit niedrigerer HTHS-Viskosität gehört deshalb nicht in einen Motor, der C3 oder C4 verlangt.
Ebenso ersetzt ein C3-Öl kein C4-Öl, wenn der Hersteller wegen des strengeren Aschegrenzwerts ausdrücklich C4 fordert. Manche Öle erfüllen mehrere Klassen zugleich – bei Elat das 5W30 Mega Tec LongLife 3 mit C2/C3 und das 5W30 C4 Ren Tec mit C3/C4. Entscheidend bleibt, dass die geforderte Klasse und Norm auf dem Etikett stehen.
Auch Viskosität und Klasse gehören zusammen: Aschearme Elat-Öle gibt es von 0W-20 bis 5W-40. Welche Kombination passt, ergibt sich aus der Betriebsanleitung – etwa ein C3-Öl in 5W-30 für VW 504 00/507 00 oder ein C2-Öl in 0W-30 für PSA B71 2312. Die Elat-5W-30 im Überblick zeigt 5W-30 Motoröl nach Norm.
Low-SAPS-Motoröl für Benziner, Werkstatt und Fuhrpark
Aschearme Öle sind kein reines Diesel-Thema. Die C-Klassen sind ausdrücklich auch für Benzinmotoren mit Katalysator vorgesehen, und viele Hersteller schreiben für ihre Benziner Normen mit C-Klassen-Basis vor: VW 504 00 etwa ist die Benzinernorm der LongLife-III-Generation, VW 508 00 die Benzinernorm für 0W-20. Auch für Direkteinspritzer mit Ottopartikelfilter gilt die Norm in der Betriebsanleitung.
Für Werkstätten und Fuhrparks lohnt ein Blick auf zwei Zeilen des Etiketts: die ACEA-Klasse und die Herstellernorm. Stimmen beide mit der Vorgabe überein, ist die Auswahl eindeutig; fehlt eine davon, fragen Sie nach, bevor das Öl in den Motor kommt. Die Angabe „ACEA C3 Öl“ allein genügt deshalb nicht – prüfen Sie immer auch die zugehörige Herstellernorm.
Werkstätten, Händler, Industriebetriebe und Fuhrparks in ganz Deutschland erhalten Elat-Motoröle von uns – von 1-Liter-Flaschen bis hin zu 1000-Liter-IBCs und Tankwagen-Lieferungen. Technische Datenblätter finden Sie, sofern vorhanden, auf den Produktseiten; mehr zur Belieferung unter Lieferung in ganz Deutschland.
Kurz-Check vor dem Ölwechsel
Notieren Sie Norm und Viskosität aus der Betriebsanleitung und vergleichen Sie beides mit ACEA-Klasse, Herstellernorm und Viskosität auf dem Etikett. Verlangt der Hersteller eine ausdrückliche Freigabe, prüfen Sie auch diese – im Zweifel fragen Sie uns.
Häufige Fragen
Welche ACEA-Klasse braucht ein Diesel mit Partikelfilter?
Das legt der Fahrzeughersteller fest, meist über eine eigene Norm auf C-Klassen-Basis. Häufig ist es C3, etwa bei BMW Longlife-04, MB 229.51 oder VW 507 00; die PSA-Normen B71 2290 und B71 2312 stehen bei Elat auf C2-Ölen, Renault RN 0720 („mit DPF; ausgenommen 2,2 DCI“) auf einem Öl mit C4. Verbindlich ist die Vorgabe in der Betriebsanleitung.
Ist ACEA C3 dasselbe wie Low SAPS?
Umgangssprachlich ja, genau genommen nicht: C3 ist eine Mid-SAPS-Klasse mit einem Sulfatasche-Grenzwert von höchstens 0,8 Prozent. Als Low SAPS im engeren Sinn gilt C4 mit höchstens 0,5 Prozent. Bei der HTHS-Viskosität liegen beide gleichauf: Der Mindestwert beträgt 3,5 mPa·s.
Kann ich ein C3-Öl verwenden, wenn C4 vorgeschrieben ist?
Nur, wenn der Hersteller das ausdrücklich erlaubt. C4 begrenzt die Sulfatasche strenger als C3, und Normen wie Renault RN 0720 bauen darauf auf. Das 5W30 C4 Ren Tec nennt C3 und C4 zugleich und führt RN 0720 mit dem Zusatz „mit DPF; ausgenommen 2,2 DCI“.
Brauchen auch Benziner Low-SAPS-Öl?
Viele schon. Die C-Klassen sind auch für Benzinmotoren mit Katalysator vorgesehen, und Normen wie VW 504 00 oder VW 508 00 gelten für Benziner. Ob Ihr Fahrzeug ein aschearmes Öl verlangt, zeigt die Norm in der Betriebsanleitung.
Darf ich Low-SAPS-Öl in einem älteren Auto ohne Partikelfilter verwenden?
Ja, wenn das Öl die dort geforderte Norm nennt. Das 5W40 High Tec Quantum etwa ist ein C3-Öl und führt zugleich die VW-Normen 502 00, 505 00 sowie 505 01 für feste Wechselintervalle. Fehlt die geforderte Norm auf dem Etikett, ist das Öl trotz aschearmer Formulierung nicht die richtige Wahl.
Weitere Themen
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